Forschungsdesign und Instrumente

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Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde die begleitende Evaluation in der Studie SICHERHEIT als kontrollierte Interventionsstudie mit mehreren Befragungszeitpunkten angelegt. Durch das Prä-Post-Design konnte in der IG untersucht werden, ob – und wenn ja, welchen Einfluss der Einsatz des technischen Basissystems auf die subjektive Lebensqualität und die wahrgenommene Sicherheit von Menschen mit Demenz sowie das Belastungserleben und die Lebensqualität pflegender Angehöriger hatte (t1 zu t3). Zudem wurden Auswirkungen auf die Selbständigkeit der Betroffenen erfasst sowie eine Reihe weiterer Aspekte erfragt, die für einen längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit sprechen könnten (s. auch Zielvariablen). Zusätzlich konnten zum zweiten und dritten Messzeitpunkt (t2 und t3) Daten zur Nützlichkeit, zum Nutzungsverhalten und zu wahrgenommenen Entwicklungspotenzialen des eingesetzten Basissystems erhoben werden.

Die Befragungen fanden in Form standardisierter mündlicher Interviews statt, die um einen umfassenden qualitativen Teil ergänzt wurden. Letzterer diente dazu, subjektive Begründungen und Deutungen sowie individuelle Kontextbedingungen der Techniknutzung zu erfassen. Entsprechend der Zielsetzung qualitativer Forschung, „Offenheit für Neues, Unerwartetes“ zuzulassen sowie die „Erfassung individueller und komplexer Kontexte und Zusammenhänge“ zu gewährleisten (vgl. Flick et al. 2012; Lamnek und Krell 2010), wurden an verschiedenen Stellen der Befragung offene Fragen integriert. Diese bezogen sich vor allem auf die Bewertung aktueller Wohn- und Lebensbedingungen, die Qualität der sozialen bzw. Pflegebeziehung (bei den meisten Dyaden handelte es sich um Ehepartner*innen) sowie das Erleben der Demenzerkrankung aus der Perspektive Betroffener und ihrer Angehörigen. Die Antworten der Befragten wurden schriftlich notiert. Auf eine Aufzeichnung mittels Tonband wurde verzichtet, da eine zu starke Beeinträchtigung der vertrauensvollen Atmosphäre zu befürchten war. Nach jedem Interview gab es Zeit für ein offenes Gespräch, dessen Inhalte in einem Protokoll festgehalten wurden.

Bei der Entwicklung der Befragungsinstrumente (u. a. Formulierung der Fragen, Wahl der Antwortformate) wurden die Besonderheiten der Situation von Menschen mit Demenz berücksichtigt (persönlich-mündliche Interviewform, Antworthilfen in Großbuchstaben, visualisierte Skalen; vgl. Schröder 2015: 1). Bei der Operationalisierung der Zielvariablen wurde zum Teil auf bereits erprobte Instrumente zurückgegriffen. Die Datenerhebung fand zu allen Befragungszeitpunkten und in beiden Gruppen in der Häuslichkeit der Menschen mit Demenz statt. Während das erste (Messzeitpunkt t1 bzw. Kt1) und letzte (Messzeitpunkt t3 bzw. Kt2) Interview jeweils getrennt geführt wurde, hatte die zweite Befragung (Messzeitpunkt t2 – nur IG) den Charakter eines Paargespräches, an dem Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gemeinsam teilgenommen haben. Wurde die Dauer eines Interviews als belastend erlebt, fand die Befragung in mehreren Teilschritten statt.

Stichprobe mit Ein- und Ausschlusskriterien

Die in der Studie SICHERHEIT realisierten Stichproben bestanden aus n=10 Haushalten mit Technikintervention (IG) sowie n=13 Haushalten ohne Technikintervention (KG), die anhand der nachfolgend dokumentierten Einschlusskriterien in die Studie aufgenommen wurden. Punkt 4 sowie Punkt 5 stellen dabei keine Einschlusskriterien für die Kontrollgruppe dar:

  • Menschen mit leichter Demenz (gesicherte Diagnose, MMST: 18-26).
  • Betroffene leben alleine oder mit Angehörigen.
  • Eine nahestehende Person als Ansprechpartner*in und eine an Demenz erkrankte Person stehen beide für jeweils drei (zwei) Befragungen zur Verfügung.
  • Beide Teilnehmer*innen haben die Motivation zur Teilnahme und eine grundsätzliche Technikbereitschaft (Betroffene*r, Angehörige*r).
  • Die Gegebenheiten des Haushalts sind für Technik geeignet, die Bedienbarkeit der Geräte durch Betroffene / Angehörige ist möglich.

In der Interventionsgruppe lag das Alter der Betroffenen im Mittel bei m=71 (59 bis 84 Jahre). Die betreuenden Angehörigen (je fünf Männer und Frauen) der IG waren im Mittel 66 Jahre alt (48 bis 75 Jahre). Die Teilnehmenden mit einer Demenz in der KG waren im Mittel mit m=78,5 (68 bis 92 Jahre) älter als die Teilnehmenden der IG. Ebenso lag der Mittelwert für die Angehörigen der KG mit m=73 (50 bis 86 Jahre) höher als in der IG. Für alle vier Gruppen zeigte sich eine breite Streuung des Alters. Die Teilnehmer*innen mit einer Demenzerkrankung in der IG erreichten im Mini-Mental-Status-Test Werte zwischen 17 und 28 (m=23,6; M=25). Für die KG lagen die Werte zwischen 18 und 30 (m=24,8; M=25). Im Einzelfall wurde nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit den Teilnehmer*innen entschieden, von dem für die Einschlusskriterien festgelegten Wertebereich (18 bis 26) abzuweichen.

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